PROJEKT: KRANKENSTATION WAAMUBAHA -
NANGWA - DIOCESE OF MBULU - TANSANIA

Ortsbeschreibung

Das kleine Dorf Waama liegt im südlichsten Winkel des Hanang Districts. Der Hanang Distrikt wiederum bildet den südwestlichsten Landkreis der Arusha Region. Nördlich liegt die Serengeti mit dem Ngorongoro-Krater, und im Westen der Tarangire National Park. Waama ist von Nangwa aus auf einer sehr guten Erdstrasse erreichbar, deren Länge ca. 45km beträgt, die zur südlich gelegenen Distriktstadt des gleichnamigen Distriktes Kondoa führt (Entfernung ca 50km). Die Fläche der Dorfgemarkung beträgt ca. 95qkm, und verstreut sich über eine Art Talsenke, deren Öffnung gen Süden hin gerichtet ist. Dort trifft sie mit der Gemarkung von Gisambalang zusammen, welches das "Hauptdorf" der Gemeinde ist. In östlicher Richtung liegt das Dorf Waranga und weiter nördlich, Bankero. Im Westen liegen Korimba und Diloda.

Seit 1980 siedeln sich hier immer mehr Familien an, da in den Ballungszentren immer weniger Platz für Feldanbau und Tierhaltung ist. Zur Zeit wohnen hier im Ortsteil von Waama ca. 350 Familien; die Gesamtbevölkerung beträgt ca. 1500 Einwohner (Eine Erhebung vom Oktober 2000 ergab folgende Zahlen: 278 Familien, 502 Erwachsene, 778 Kinder, Gesamtbevölkerung 1280 Einwohner).

Entstehung des Projektes

Seit 1997 besuchte der damalige Priester der Pfarrgemeinde Nangwa (Father Louis Sisti) regelmäßig die Christen vor Ort, und rief die neue Außenstation Waama ins Leben. Durch diesen engen Kontakt mit den Menschen, ergab sich, dass die Einheimischen in ihm einen Ansprechpartner für ihre Nöte sahen. So wurde er von dem Ältestenrat gebeten, ihnen beim Aufbau einer Seelsorgeeinheit, Schule sowie Krankenstation zu helfen. Fr. Louis organisierte Gelder für den Kirchenbau, stellte die Kontakte zu europäischen Helfern her. Schwester Mechthild Keller, aus dem deutschen Orden der Schwestern und Brüder des gemeinsamen Lebens, übernahm die Finanzierung der Grundschule mit zwei Klassenräumen und einem Büro, sowie zwei Wohnhäuser für die Lehrer.

Ich selbst arbeitete 1997-98 im Krankenhaus von Dareda als Volontär. Dort lernte ich dann auch Father Louis kennen. Er erzählte mir von seinem Vorhaben, von den Menschen dort in Waama, die über 50km von der nächsten medizinischen Anlaufstelle entfernt leben, von der Problematik des Krankentransportes (bis zu 40 Mann sind für einen Patient mit einer notdürftigen Trage unterwegs, im Eilschritt tragen jeweils 4 Personen und werden dann immer wieder von den anderen abgelöst)...

Er erzählte mir von den Problemen, die gerade die Gebärenden und die Kleinkinder vor Ort haben, von Elefanten, die in der Trockenzeit nach Waama kommen, auf der Suche nach Wasser (mit ihrem Gespür für das kühle Nass graben sie im Erdreich, die Menschen machen sich dies zu nutze, um nachts daraus zu schöpfen), von vielen Barabaigs, die in diesem Gebiet leben (Die Barabaig sind ein noch traditionsbewusster halbnomadischer Stamm, der ausgerechnet durch ein grosses Entwicklungshilfeprojekt von seinen besten Weidegründen vertrieben und somit seiner Existenz geraubt wurde).

Gerade, weil ich diese vom Schicksal “gebeutelten“ Menschen so oft in Dareda kennen und schätzen gelernt habe, wurde ich im Gespräch mit Father Louis sehr hellhörig.

Wir vereinbarten einen Termin und fuhren dann zusammen hinaus in den Busch, in das Tal der Hyänen was WAAMUBAHA übersetzt bedeutet.

Ein Traum begann

Von diesem Tag an ließ mich dieser Traum nicht mehr los, ich versprach Father Louis, dass ich wiederkommen werde, wenn ich die nötige Unterstützung von europäischer Seite bekomme. Zuhause in D begann ich mit Diavorträgen "Ländle uf un ab", ging durch viele Durststrecken hindurch, versuchte den Traum nun mit vielen Mitträumenden weiter zu träumen. Nach zwei Jahren Vorbereitung, Diavorträgen, hadern, klappte es dann doch.

Mit dem Einverständnis der Diözese Mbulu war es mir letztendlich möglich, dieses Projekt unter der Schirmherrschaft der deutschen Entwicklungshilfeorganisation AGEH am 01. Mai 2000 in Tansania, Waamubaha zu starten. Zur Verwirklichung des Projektes war neben Geld und Sachspenden aus Europa vor allem die freiwillige Unterstützung der Dorfbewohner vor Ort besonders wichtig:

Arbeiten der Einwohner für den Aufbau ihrer Krankenstation

- Ausheben des Fundamentes
- Zusammentragen der Natursteine (80 LKWs)
- Lehmziegel brennen
- Kies klopfen (20 LKW)
- Sand (50 LKW)

Bisher abgeschlossene Bauarbeiten

Errichtet wurden drei Gebäude auf dem ca. 12.500m² großen Gelände: Schwesternwohnhaus mit Kapelle, Krankenstation mit integrierter Arztwohnung + öffentliche Toilletten, sowie ein kleiner Supermarkt & eine Cafeteria.

Zur Zeit wird ein zusätzliches Wasserprojekt durchgeführt (Tiefbrunnen mit Pump-Tank-Anlage sowie deren Installation). Der Tiefbrunnen ist schon gebohrt und liegt auf dem Gelände der Krankenstation (unweit des Eingangs vom Grundstück meiner Hütte).

Das Hauptgebäude der Krankenstation

Größe: 11m x 32m
Aufteilung: Arztwohnung mit drei Zimmern, Küche und Bad

Arbeitsbereich mit Büro, Arzneimittelausgabe mit Lager, Verbandsraum, Behandlungszimmer für den Arzt, Anmeldung, Labor, Spritzenraum, separate WC-Anlagen.

Für die Wasserversorgung wurde ein Regenwassertank gebaut, der bis zu 30000 Liter fassen kann.

Schwesternwohnhaus
Größe: ca. 166qm

Mit 6 Schlafräumen, einem großen Wohn- und Essraum mit halboffener Küche, einer Speisekammer und einem Abstellraum sowie einer Kapelle. Die eingefriedete Toilettenanlage ist dem Wohnhaus angeschlossen. Für die Wasserversorgung wurden zwei 10 000 Liter Regenwassertanks angeschlossen.

Nebengebäude
mit Kantine (“Hoteli Hanangblick“) und Einkaufsladen

Größe 4,5 x 12m + zusätzlich 8m x 8m unterdachte und offene Sitzfläche auf dem Flachdach.

Ein Container
Mit Kellerfenster und Eisentür versehen dient er als Lagerraum und Werkstatt.

Die Stromversorgung (12 Volt) der Krankenstation und des Wohnhauses wird durch Solarenergie gewährleistet.

Seit Beginn der Arbeiten (1.5.2000) wurde, wie mit dem DMO (District Medical Officer) vereinbart, bereits Erste Hilfe geleistet.

Im Januar 2003 durften wir die Karl Borromäus Schwestern (vier Einheimische und eine Holländerin / mit Mutterhaus in Trier und Amsterdam) in Waama empfangen. Sie bezogen das Schwesternhaus und betreuen seither die Krankenstation. Es ist für uns (für die Einheimischen und auch für mich) ein sehr grosses Geschenk, denn die Aufbauarbeit trägt nun mit den Schwestern die ersehnten Früchte auf Bestand.

Seit 2004 haben wir eine einheimische Ärztin vor Ort.

Bis zum heutigen Tag wurden über 9.000 Patientinnen und Patienten behandelt.

Weitere Projekte:

- Im Jahr 2000: Brunnen graben
- Anbau und zeitweise Vertrieb von Obstbaumsetzlingen
- Aufbau eines Volleyballplatzes für die Arbeiter/Bevölkerung
- Seit 2000: Verkauf von Veterinärmedizin (vor allem gegen die Schlafkrankheit, die bei den Nutztieren verheerende Folgen anrichtet)
- Seit 2000: Haltung von Nutztieren als kleines Nebenprojekt, z.Zt. gibt es eine Geflügelzucht: ca. 40 Hühner, 10 Enten, 2 Gänse und 4 Truthähne, 5 Esel und 3 Stiere als Transportmittel und zum Pflügen der Felder, um die 30 Ziegen und Schafe, sowie Hunde zum bewachen der Anlagen und des Viehs vor Raub und Raubtier-Überfälle
- Seit 2000: Etablierung natürlicher Medizin im Krankenstationsalltag, z.B. gegen Malaria, Lungenerkrankungen, Wundmittel, insgesamt über 60 Heilpflanzen, Salben und Hustensaftherstellung, Anbau von Artemisia annua, Aloe vera und anderen Medizinalpflanzen.
- 2003: Durchführung eines Naturmedizinseminars für zwei Schwestern und einen Mitarbeiter vor Ort. 2004 nahmen die selben Personen an einem großem Naturmedizinseminar von Anamed (Aktion natürliche Medizin) teil.
- 2001/2002: Lebensmittelhilfe (30t Mais), der eine dorfweite Lebensmittelumfrage vorausging.
- Hilfe durch Verkauf/Verleih von Maissamen einer schnellwachsenden Maissorte (Rückgabe oder Bezahlung nach der Ernte.
- Seit 2001: Einführung eines kleinen Kantinenbetriebes in der Krankenstation.
- 2002: Schulunterricht der 3. und 4. Klasse zu den Themen: Wasser allgemein, Wasserver- und "entsorgung", Hygiene, Ernährung (traditionelle und moderne), Gesundheitslehre und Naturmedizin für den Hausgebrauch, HIV / AIDS und Geschlechtskrankheiten.
- 2002: Dorfweite HIV-/ AIDS- und Geschlechtskrankheiten-Aufklärung über die bestehenden Strukturen (Ältestenrat / Männer und Frauen, verschiedene Religionsgruppierungen)
- 2002: Vier Frauen können in ein Milchziegenprojekt einsteigen. Ein Mitarbeiter unseres Projektes durfte zusätzlich an einem Tiermedizinseminar teilnehmen, um der Bevölkerung professionellere Hilfe im Bereich der Tier-Haltung, -Zucht und –Medizinischen Behandlung geben zu können.
- 2003: Nochmaliger Aufklärungsunterricht für die Mädchen der 3. und 4. Klasse im Beug auf HIV / AIDS & Geschlechtskrankheiten.
- 2003: Ein Seminar für traditionelle Hebammen in der Krankenstation Waamubaha (unter der Leitung des Distriktmedizinischen Büros).

Auf dem Grabstein des Pater Dr. med. Herbert Watschinger, der in Tansania als Lebenswerk ein Krankenhaus aufgebaut hat, steht ein Zitat des Kardinals Suenens:

„Happy are those who dream dreams -
and are ready to pay the price to make them true.”

Ganz herzlich möchte ich mich nochmals bei all denen bedanken, die diesen Traum mit mir mitträumten, die mich und das Projekt auf irgendeine Weise unterstützten, vor allen Dingen auch denen, die für einige Zeit vor Ort in Waama mitwirkten und –lebten. Nun ein paar Namen derer, die mitunter das Projekt zu dem machten was es heute ist:

Ein ganz herzliches Dankeschön an meine Eltern, Gerhard und Theresia Tröndle, die mich von Anfang an unterstützten und ohne deren Hilfe das Projekt ein Traum geblieben wäre; meine Brüder mit Partner Daniel & Conny, Andreas & Marion, Klaus & Claudia; all meine "neuen" Großeltern, Mütter & Väter, Brüder & Schwester und Kinder in Waamubaha (Naas`e lowale, Badischod much); meine ehemalige Freundin, Nadine Wolf die mich vor Ort (sie arbeitete in der Grundschule von Waamubaha) durch so manch tiefes Tal begleitete (badischoda iyya); Claudia Schmitz (Hebamme) die ein Jahr in der Krankenstation vor allen Dingen im Bereich Geburtshilfe, Schwangeren-Vor– und Nachsorge, Säuglings- und Kindbetreuung mitarbeitete, sowie Aufklärungs- und HIV-Seminare durchführte (nass lowale amma); Emil Kain (Zimmermann / nun in Rente) der uns drei Monate tatkräftig auf dem Bau zur Seite stand; die Herren Vehrenberg und Dr. Reining von der AGEH (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe / Köln); den Herrn Pfarrer Hubert Feil und Gemeindereferent Herr Sendelbach sowie das Team der Pfarrgemeinde Birndorf; Schwester Elisabeth & Mitschwestern aus dem Borromäerinnen Mutterhaus Trier; Claudia & Markus Fleisch; Carmen & Lukas Wolf mit Kindern; Kathrin Dinort; Alle MAZ`ler die ich in T kennenlernen durfte; all meine Verwandten; und; und; und;

Und nun vor allen Dingen Carmen und Kai-Thorsten Buchele, denn ohne die Hilfe von Kai könnten Sie dies gerade gar nicht lesen.

Spenden: Die Krankenstation ist für ihren Unterhalt weiterhin auf die Hilfe von Aussen angewiesen, zudem entstehen immer wieder kleine Projekte z.B. Nähkurse, Erwachsenenbildung, Wasserprojekte, Baumschule... die ohne finanzielle Hilfe nicht durchzuführen sind.

DIE MENSCHEN DENEN ES ZUGUTE KOMMT DANKEN IHNEN VON HERZEN!!! 

Spendenkonto der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz Birndorf
für Krankenstation Tansania
Volksbank Rhein/Wehra
Kto.Nr. 35476407
BLZ 68490000

SPENDENBESCHEINIGUNGEN WERDEN  SELBSTVERSTÄNDLICH AUSGESTELLT (AB 50,00 EURO)